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Zahlreiche Anfragen haben
gezeigt, dass ein Informationsbedarf besteht. Eine Graffiti-Entfernung
kann recht kompliziert sein. Vom Hauseigentümer ist sie oft nicht in
Eigenregie zu bewältigen. Ein Experte auf dem
Gebiet der Graffiti-Entfernung ist Dipl.-Ing. Martin Steinigeweg von den
Dortmunder Stadtwerken. Er verfügt über eine langjährige Erfahrung im
Umfang mit der Entfernung von Graffiti-Schmierereien und hat Tipps und
technische Hinweise zur Beseitigung von Farbschmierereien
zusammengestellt. Diese helfen Ihnen, einen Überblick über mögliche
fachliche Leistungen zur Graffiti-Beseitigung zu erlangen. Die im Folgenden
genannten Kosten beziehen sich auf eine zu reinigende Arbeitsfläche von
mindestens drei Quadratmetern. Diese Fläche erweitert sich um die
mitzureinigende Nebenfläche. Diese ist ebenfalls zu reinigen, damit ein
insgesamt positives Erscheinungsbild erzielt wird. An- und Abfahrt,
Mehrwertsteuer, ein eventueller Mehraufwand für den Einsatz von
Sonderfahrzeugen, eine spezielle Entsorgung und ähnliches werden
gesondert in Rechnung gestellt. |
| Der zeitliche Aufwand einer umweltbewussten
Graffiti-Entfernung und -Entstehung stehen im krassen Gegensatz
zueinander. Trotzdem ist
Resignation falsch! Je schneller eine Farbschmiererei beseitigt wird,
desto höher ist die Aussicht auf Erfolg, dass die Fläche nicht mehr
verunreinigt wird. Nicht entfernte Graffitis ziehen rasch neue nach sich,
lassen die Beseitigungskosten weiter steigen und erzeugen einen negativen
Gesamteindruck. Beim Beseitigen von ausgehärteten und tief eingezogenen
Farben ist mit Substanzschäden zu rechnen. Der Aufwand ist höher als bei
einer sofortigen Beseitigung. |
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Wer Farbschmierereien
entfernen will, braucht fachmännischen Rat. Ohne ihn verfehlen die Bemühungen
oft die gewünschte Wirkung. Die Wand mag zwar sauber sein, die
eingesetzten Reinigungs- und Schutzmittel schädigen sie aber möglicherweise,
ohne dass dies sofort bemerkt wird. Untergrund, Reinigungs- und
Schutzmittel müssen aufeinander abgestimmt sein. |
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Vor der Entfernung ist zu
prüfen,
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Vor der Auswahl eines Reinigungsverfahrens
sollte immer eine Arbeitsprobe erfolgen, um Verträglichkeit von Oberfläche
und Reinigungsmethode zu testen. Im Allgemeinen werden unter anderem je
nach Material der besprühten Fläche die nachfolgenden Verfahren
angewandt: |
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Unter Druck wird das Strahlgut mit einem
Kompressor verwirbelnd auf das Objekt geschossen. Die Reinigungswirkung
wird durch einen Oberflächenabtrag erzielt. Je härter und gröber das
Strahlgut, desto größer der Abtrag. Dies kann zu einer Aufrauung des
Untergrundes führen. Strahlgutarten können Glaskugeln, Granulat, Sand,
Backpulver und so weiter sein. Das Umfeld muss vor dem Strahlgut geschützt
werden. Bei der Ausführung sollte möglichst eine Volleinhausung (Zelt)
verwendet werden. Um einen optisch gleichmäßigen Eindruck zu erzielen,
sind Randbereiche großflächig beizuarbeiten. Das Strahlgut ist komplett
aufzunehmen, durchzusieben und die Rückstände sind vorschriftsmäßig zu
entsorgen. Kosten etwa 25 bis 50 Euro/qm. |
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| Vergleichbar mit dem Trockenstrahlverfahren;
aber die Umgebung ist wesentlich schwieriger zu schützen. Kosten ca. 40
bis 70 Euro/qm. Das Verfahren eignet sich für sehr empfindliche Untergründe. |
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| Wasser wird mit einem Hochdruckheißwassergerät
auf bis zu 150 Grad C erhitzt und mit 20 bis 120 bar auf die Oberfläche
geleitet. Der Heißdampf hat eine gute Reinigungswirkung in Verbindung mit
der richtigen Düse (Punkt-, Flach-, Wirbelform), weil er die abzutragende
Farbschicht aufweicht und abschält. Temperatur und Druck müssen den
Objektbedingungen angepasst werden. Als Unterstützung zu einem
Reinigungsmittel ist dies die wirtschaftlichste und schonendste
Reinigungsart. Die Farbrückstände sind mit einem Filterflies
aufzufangen. Kosten ungefähr 8 bis 18 Euro/qm je entfernter Schicht, denn
oftmals sind mehrere Graffiti-Bilder übereinander gesprüht. Kosten für
Reinigungsmittel sind hierin nicht enthalten. |
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| Auf dem Markt gibt es sehr viele spezielle
Reiniger gegen Graffiti. Wirkungsweise und Umweltverträglichkeit sind
sehr unterschiedlich. Daher sollte eine Fachberatung beim Kauf unbedingt
erfolgen. Die Verarbeitungshinweise des Herstellers sind zu beachten! Um
Personen-, Umwelt- und Sachschäden zu vermeiden, sollte zumindest die
Erstbeseitigung von einem Fachunternehmen erfolgen. Reinigungsmittel:
chemische Flüssigkeiten, Lösungsmittel, Abbeizpasten, ätherische Öle.
Materialkosten: Ca. 35 bis 48 Euro/Liter. |
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| An hochwertigen und empfindlichen Flächen
sollte der Untergrund vorbehandelt werden, damit sich Farbschmierereien
schnell und schonend entfernen lassen. Außerdem erhöht man mit
speziellen Mitteln, die Abwehrkräfte, und die Farbintensität der ursprünglichen
Fläche bleibt länger erhalten. Bei der Wahl der Schutzbeschichtung oder
Imprägnierung sollten mehrere Proben genommen werden. Bei Ausführung der
Arbeiten sind die Temperatur- und Porenrestfeuchte zu messen und
gegebenenfalls unterstützende Maßnahmen einzuleiten (Bautrocknung oder
Einhausung). |
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Auf dem Markt werden sogenannte Sperrschichten angeboten. Sie verhindern das Eindringen des Farbstoffes in den Untergrund. Dadurch wird aber auch die Atmungsaktivität gemindert. Fäulnisbildung können die Folge sein. Ferner werden Systeme
vertrieben, die Nährstoff für Bakterien sind und im Innenbereich (wie
Toilettenanlagen, Hallen) und etwa drei bis fünf Jahren abblättern. |
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| Eine aufgetragene Schicht (zum Beispiel Lack
oder Wachs) bindet das Graffiti und wird bei der Reinigung mit entfernt.
Nach jeder Entfernung muss die Fläche „nachbeschichtet“ werden. Da
die Reinigungsfläche nicht klar zu fixieren ist, kommt es bei der
Nachbeschichtung oft zu Überlagerungen. Diese Überlagerungen können zu
Farbbeeinträchtigungen führen. Bei einigen Mitteln wird Umweltschutz
verstärkt angezogen, und es entsteht ein unsauberer Eindruck. |
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Gute Eigenschaften weist ein Polyuritanhartlack auf, der nach zwei bis drei Übergängen den meisten Farbanschlägen trotzt. Dieser sollte nur auf Metall-, Kunststoff-, Hartfaser- und Betonflächen angewendet werden; auf glattem Mauerwerk und Putzen nur, wenn eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit vernachlässigt werden kann. Die Reinigung erfolgt mittels Abbeizpaste. Kosten für den Anstrich in jedem Farbton von 30 bis 40 Euro/qm, Reinigungskosten ca. 8 bis 12 Euro/qm. Die Lebensdauer liegt je nach mechanischer Beanspruchung bei etwa 5 bis 20 Jahren. Für porige, stark saugende Untergründe eignet sich eine Imprägnierung auf Kunststoffpolymerbasis, die bis zum Sättigungsgrad aufgetragen werden muss. Die Wasserdampfdurchlässigkeit bleibt erhalten. Gereinigt wird die Fläche nur mit heißen Wasser (unter Druck), chemische Mittel dürfen nicht eingesetzt werden. Die Haltbarkeit beträgt allerdings nur 10 bis 12 Jahre. Eine Imprägnierung kostet ungefähr 35 bis 55 Euro/qm. Das gleiche Grundmaterial wird auch für Bodenflächen zum Verarbeitungspreis von ca. 20 bis 28 Euro/qm angeboten. Die Lebensdauer wird mit 6 Jahren angegeben. Neben der leichten Farbentfernung verhindert das Material ein Anhaften von z. B. Kaugummis oder eine Vermosung. Die Grundreinigung ist preiswerter, da der Schmutz nicht tief ins Gestein eindringen kann. Das Material sollte bei hochwertigen und teuren Untergründen verwendet werden bzw. bei stark beanspruchten Flächen. Die Reinigungskosten liegen zwischen 2 und 6 Euro/qm. Hierbei ist die Reinigung in Eigenregie mit einem Hochdruckheißwassergerät und ein wenig Übung durchaus möglich. |
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Es gibt kein Wundermittel für alle Anwendungsbereiche. Reinigungsmittel und Schutzbeschichtung/Imprägnierung sind sorgfältig mit fachlicher Unterstützung am Objekt auszuwählen. Jede Fläche ist anders - auch bei gleichem Material. Nur eine Probe kann den gewünschten Erfolg bringen. Bei einer Auftragsvergabe sollte eine Referenzliste Grundlage sein, denn Schäden durch falsche Materialwahl treten unter Umständen erst nach vielen Jahren auf. Bei einem Schutzbeschichtungsauftrag sind ie vorherige Grundreinigung sowie nachträgliche Sonderreinigungen als ein Auftrag zu sehen. Es ist durchaus möglich, die meisten Nachreinigungen selbst auszuführen. Eine spezielle Unterweisung sollte Auftragsbestandteil sein. Diese Ausarbeitung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; nicht aufgeführte Verfahren bzw. Mittel müssen nicht schlecht sein! Die System- und Materialbewertung beruhen auf Grund der 10-jährigen Erfahrung und EU-weiten Marktbeobachtung der Dortmunder Stadtwerke AG. Fragen zu den oben genannten Verfahren richten Sie bitte an Unternehmen, die mit der Graffiti-Entfernung bzw. dem Vertrieb vertraut sind. Sicher sind diese auf Wunsch zu einer Vorführung bereit. |
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Einige Unternehmen bieten Ihren Kunden den Abschluss eines Wartungsvertrages an. Dieser wird in der Regel nur für Gebäude und Fassaden angeboten, die gegen Graffiti-Schmierereien geschützt werden sollen. In Dortmund gibt es seit einiger Zeit Reinigungsunternehmen, die auf ihre Arbeiten eine einjährige Garantie geben. In der Regel wird pro 1.000 Euro Auftragswert ein Graffiti mit einer Fläche von drei Quadratmetern kostenlos entfernt. Berechnet werden nur die jeweiligen An- und Abfahrtkosten. Zum Beispiel wird nach der Garantiezeit von einem Jahr für da zweite bis fünfte Jahr (je nach Dauerhaftigkeit der Imprägnierung) ein Wartungsvertrag ab etwa 12 Euro/qm pro Jahr angeboten. Auch in diesem Fall werden lediglich die An- und Abfahrtkosten berechnet. Wartungsverträge sind sowohl für diejenigen Hauseigentümer interessant, die ihr Gebäude vorbeugend schützen wollen, als auch für jene, die ihre gesamte Fassade neu streichen lassen. Beim Neuanstrich besteht
die Möglichkeit, den unteren Fassadenbereich bis zu einer Höhe von etwa
2,5 m im gleichen Farbton mit
Graffiti-Schutz-Anstrich ausführen zu lassen. Auch ältere Fassaden
lassen sich gut schützen. Der verschmutzte oder verblichene Farbton wird
elektronisch gemessen. Die Farbmischung wird dem aktuellen Zustand
angepasst. So kommt es zu keinem großen Farbunterschied zwischen dem
unteren und oberen Bereich. |
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| Einige Versicherungen bieten an, Graffiti-Schäden
im Rahmen der Gebäudereinigung mit zu versichern. Erkundigen Sie sich
bitte bei Ihrer Versicherung. |